Hufbearbeitung und Hufgesundheit

Gesunde, belastbare Hufe sind für das Wohlbefinden des Pferdes und seine langfristige Nutzung als Sport- oder Freizeitpartner unerlässlich.


Shetty-Huf vor und nach der Bearbeitung
Shetty-Huf vor und nach der Bearbeitung

 

Als geprüfte Hufpflegerin mit Zusatz "biomechanisch geschult" (bmg) ist es mir wichtig, das Pferd in seiner Gesamtheit zu betrachten. Bemuskelung und Gangverhalten können mir dabei ebenso wichtige Anhaltspunkte für die Hufbearbeitung geben wie der Huf selbst.

 

Meine Hufbearbeitung hat das Ziel, eine für das Pferd optimale Hufbalance herzustellen

 

Ich arbeite dabei nicht dogmatisch nach einer bestimmten Methode, sondern entscheide individuell für die jeweilige Hufsituation über die geeigneten Maßnahmen.

 

Neben einer geeigneten Hufbearbeitung haben auch Haltung und Ernährung des Pferdes großen Einfluss auf die Hufgesundheit.

Sind die Haltungsbedingungen nicht optimal, hat das Pferd ein Stoffwechselproblem oder liegt beispielsweise eine Mineralstoffüber- oder Unterversorgung vor, dann kann trotz korrekter Hufbearbeitung meist keine nachhaltige

Verbesserung erzielt werden.

Leider können auch gute Hufbearbeiter keine gesunden Hufe zaubern. ;)

 

Die besten Voraussetzungen für ein gesundes Pferdeleben auf belastbaren Hufen sind deshalb:

  • viel Bewegung auf unterschiedlichen Böden
  • saubere Haltungsbedingungen, möglichst wenig Zeit im "Wohnklo" Box
  • ausreichend und qualitativ hochwertiges Raufutter
  • passende Mineralstoffversorgung, idealerweise nach Heuanalyse
  • regelmäßige, korrekte Hufbearbeitung

 

 

Hier ist die Bearbeitung lange überfällig.

Der Huf versucht sich selbst zu helfen, indem die zu lange Hufwand nach und nach wegbricht.

 

Als verantwortungsvoller Pferdebesitzer sollte man dafür sorgen, dass es gar nicht erst soweit kommt.

Fohlen-Hufe

Huf eines Kaltblut-Fohlens
Huf eines Kaltblut-Fohlens

Wer möchte, dass sein Fohlen zu einem gesunden, belastbaren Pferd heranwächst, muss sich möglichst früh auch um seine Hufe kümmern.

 

Warum? Wer die Hufe seines Jungpferdes veranachlässigt, braucht sich nicht zu beschweren, wenn die Nachwuchs-Hoffnung schon als Dreijähriger Hufprobleme oder Fehlstellungen entwickelt hat, die sich in diesem Alter leider nicht mehr korrigieren lassen.

 

Das Fohlen-ABC sollte daher neben der Halfterführigkeit und der grundsätzlichen Gewöhnung an Berührungen auch unbedingt das Aufhalten der Hufe umfassen.

So kann das junge Pferd Vertrauen entwickeln und Stress-Situationen beim Bearbeiten werden vermieden.

 

Durch schon im Fohlenalter regelmäßige Vorstellung bei einem Bearbeiter können Fehlentwicklungen und Schäden wie Verspannungen, Blockaden oder verführter Gelenkverschleiß vermieden werden.

Fehlstellungen

Fohlenhufe, 4 Monate alt
Fohlenhufe, 4 Monate alt

 

Warum können Fehlstellungen beim erwachsenen Pferd nicht mehr korrigiert werden?

 

Das Skelett von Pferden verknöchert von unten nach oben.

Während die Wirbelsäule erst im Alter von 5,5 - 6 Jahren (!) vollständig ausgewachsen ist, schließen sich die Wachstumsfugen der Zehenknochen schon innerhalb der ersten Monate.

 

Wird nun ein Pferd mit einer ausgewachsenen Fehlstellung künstlich korrigiert und "gerade gestellt", werden die Gelenke dadurch stark belastet. Es kann zu Lahmheiten, Gelenksentzündungen und Arthrosen kommen.